Schlösser > München > Marstallmuseum / Museum "Nymphenburger Porzellan"

Prunkfahrzeuge König Ludwigs II. im Marstallmuseum
Sogenannte 'Straßburger Berline'
Museum Nymphenburger Porzellan, Tapetenzimmer mit gedeckter Tafel

Marstallmuseum und Museum "Nymphenburger Porzellan" in Schloss Nymphenburg – München

Marstallmuseum

Das Marstallmuseum befindet sich in der historischen „Leibpferd-Stallung“ in den südlichen Kavaliersgebäuden von Schloss Nymphenburg. Es war der vornehmste der verschiedenen Ställe, der auch am nächsten zum Schloss lag. Bereits 1719 war das repräsentative Stallgebäude unter Max Emanuel weitestgehend fertig gestellt. Hier standen einst während der Sommermonate die kostbarsten Pferde. Im Winter waren die fürstlichen Pferde und Kutschen in den Hauptstallungen und Remisen am Marstallplatz nahe der Münchner Residenz untergebracht.

Bereits 1923 eröffnete dort in der ehemaligen Hofreitschule das erste Marstallmuseum. Die Überführung der Sammlung während des Zweiten Weltkriegs nach Schloss Nymphenburg und die Zerstörung des weitläufigen Marstallkomplexes in der Münchner Innenstadt führten 1950 zur Eröffnung des heutigen Marstallmuseums.

Mit über vierzig repräsentativen Kutschen, Schlitten und Reitzubehör aus Wittelsbacher Besitz dokumentiert das Museum dreihundert Jahre fürstliche Wagenbaukunst sowie Fahr- und Reitkultur. Das Marstallmuseum zählt aufgrund der reichen Sammlung zu den bedeutendsten seiner Art weltweit.

Das Glanzstück des Museums ist seit jeher der Krönungswagen Kaiser Karls VII., einer der schönsten Staatswagen des französischen Rokoko. Der reiche Bestand an Wittelsbacher Gala-Kutschen und -Schlitten findet im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt in den Prunkfahrzeugen König Ludwigs II. Prächtige Geschirre, kostbares Reitzubehör und historische Bilddokumente lassen die höfische Welt des Reisens und Repräsentierens lebendig werden.

 

Museum "Nymphenburger Porzellan"

Im 1. Stock des Marstallmuseums ist eine einzigartige Privatsammlung Nymphenburger Porzellane vom 18. bis 20. Jahrhundert zu sehen. 1747 gründete Max III. Joseph die kurfürstliche Porzellan-Fabrik. Ein Glücksfall für die junge Manufaktur war die Anstellung von Franz Anton Bustelli als Modellmeister. Seine lebendig erzählenden Figuren zierten einst die höfische Desserttafel. Im frühen 19. Jahrhundert setzte sich König Ludwigs I. für die Porzellankunst ein. Er gründete die „Kunstanstalt“ nahe der Kunstakademie, um dort die besten Porzellanmaler ausbilden zu lassen. Einen weiteren Höhepunkt des Museums bilden die Jugendstil-Porzellane mit ihren innovativen Formen und Dekoren.

Begründet wurde die Sammlung durch Albert Bäuml, der 1888 die Leitung der Manufaktur übernommen hatte. Um die künstlerische Qualität zu verbessern, sammelte er Nymphenburger Porzellan als Modellvorlagen. 1912 übernahm sein ältester Sohn diese Aufgaben. Die Sammlung, die mit Porzellanen aus dem Besitz der Bayerischen Schlösserverwaltung ergänzt ist, wird noch heute von der Familie aus privaten Mitteln erweitert.

Auflistung der ausgestellten Kunstgegenstände des Marstallmuseums

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