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24. April 2026

Pressemitteilung

Neue Exponate im Marstallmuseum: Prunkstücke Max Emanuels anlässlich des 300. Todestags neu präsentiert

Anlässlich des 300. Todestags von Kurfürst Max Emanuel präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung im Marstallmuseum in Schloss Nymphenburg neue Exponate. Diese ausgewählten Ausstellungsstücke sind erstmals öffentlich zu sehen. Vor der Präsentation wurden sie sorgfältig gereinigt und konservatorisch gefestigt. Zu den neuen Objekten gehören ein Zaumzeug und ein Schweifgurt aus einer Reitgarnitur der „Türkenbeute“ um 1700. Die Stücke aus Textil, Leder und Metall sind reich mit Perlmutt, Email und Schmucksteinen verziert.

Auch ein Paar Pistolentaschen – ebenfalls aus der „Türkenbeute“ um 1700 – wird gezeigt. Sie bestehen aus Textil, Leder, Gold, Email und Schmucksteinen. Besonders bemerkenswert ist ihre Geschichte: Die Goldplatten und Edelsteine an den Pistolentaschen stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf. Man entfernte sie und verwendete sie für die Pistolentaschen erneut.

Max Emanuel (1662–1726), Kurfürst von Bayern, war ein erfolgreicher Feldherr in den Türkenkriegen. Seine kunstvollen Reitzeuge, Waffen und Zelte aus dieser Zeit nannte man „Türkenbeute“. Doch nicht alle Objekte stammen aus tatsächlicher Kriegsbeute; manches wurde gekauft oder als Geschenk überreicht – ein Ausdruck der damals in Europa verbreiteten sogenannten „Türkenmode“. Der Begriff „Türkenmode“ oder auch „Turquerie“ beschreibt das seit dem 16. Jahrhundert verbreitete europäische Interesse am Orient, insbesondere an der osmanischen Kultur, und dessen Einfluss auf Kunst und Lebensstil. Diese „Turquerien“ spiegeln zudem die ambivalente Sicht Europas auf das Osmanische Reich wider: Einerseits bestand die Furcht vor der militärischen Bedrohung, andererseits übten Kultur, Reichtum und handwerkliche Kunstfertigkeit eine große Faszination aus.

Die kostbaren Prunkstücke aus dem Museumsbestand sind ab sofort im Schwanenturm in Raum 8 im Erdgeschoss ausgestellt.

Neben den neu präsentierten Objekten sind auch Max Emanuels prächtige Fahrzeuge im Marstallmuseum zu sehen: Darunter sein Herkulesschlitten, der Tragsessel seiner Gemahlin sowie die Gartenkutsche seiner Kinder.

Das Marstallmuseum

Mit über 40 repräsentativen Kutschen und Schlitten aus Wittelsbacher Besitz dokumentiert das Museum 300 Jahre fürstliche Wagenbaukunst. Prunkgeschirre, kostbares Reitzubehör und historische Bilddokumente lassen die höfische Welt des Reisens und Repräsentierens lebendig werden. Das Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung zeigt außerdem die weltweit einzige Sammlung an Fahrzeugen von König Ludwig II.

Das Marstallmuseum war bis zum Zweiten Weltkrieg in der großen Reithalle (heute Marstalltheater) am Marstallplatz nahe der Münchner Residenz untergebracht. 1950 wurde das Marstallmuseum in den ehemaligen Stallungen des Nymphenburger Schlosses eingerichtet; es zählt zu den bedeutendsten seiner Art weltweit. Das Marstallmuseum ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen zum Nymphenburger Schloss und zum Schlosspark finden Sie unter www.schloss-nymphenburg.de.

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Angelika Urbach und Franziska Wimberger
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 24. April 2026