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18. November 2019

Pressemitteilung

Zwei neue Exponate für Schloss Neuburg an der Donau

Abendmahlskelch und Hostiendose aus der Reformationszeit bereichern das Museum

Seit heute bereichern zwei bedeutende Exponate den Museumstrakt zum Fürstentum Pfalz-Neuburg in Schloss Neuburg an der Donau. Die katholische Filialkirchenstiftung St. Vitus in Veitriedhausen übergibt einen Abendmahlskelch und eine Hostiendose als Leihgaben an die Bayerische Schlösserverwaltung. Kelch und Hostiendose aus der Kirche St. Vitus in der einstigen Hofmark Veitriedhausen sind seltene Zeugnisse von evangelischem Abendmahlsgerät aus der Reformationszeit. Sie passen deshalb hervorragend zu Schloss Neuburg, das mit der 1543 geweihten Schlosskapelle den frühesten protestantischen Kirchenraum aufweist.

Die wohlproportionierte, doch nahezu schmucklose Formgebung der beiden kirchlichen Gefäße spricht für eine sehr frühe Entstehungszeit in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das unprätentiöse Material Zinn deutet auf die Verwendung für den protestantischen Ritus, denn katholisches Abendmahlsgerät war üblicherweise vergoldet. So ist anzunehmen, dass die Abendmahlsgefäße angefertigt wurden, als das Fürstentum Pfalz-Neuburg von 1552 bis 1614 unter evangelisch-lutherischer Landesherrschaft stand. Aus Zinn waren auch die Särge der protestantischen Fürsten aus dem Haus Pfalz-Neuburg in der 1570 begründeten Fürstengruft der Pfarrkirche St. Martin in Lauingen, zu der Veitriedhausen kirchlich gehört.

Die Wiederentdeckung des rund 450 Jahre alten Kelchs im Kirchturm von St. Vitus war eine kleine Sensation. Kurz darauf wurde er in der Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum 2017 in Schloss Neuburg erstmals präsentiert. Nach der Restaurierung in den Werkstätten der Bayerischen Schlösserverwaltung haben beide Objekte nun ihren festen Platz in der Dauerausstellung im Saal zur Epoche der evangelischen Landesfürsten Wolfgang und Philipp Ludwig erhalten und sind eine schöne Ergänzung und inhaltliche Abrundung der Präsentation in Schloss Neuburg.

Schloss Neuburg an der Donau

Schloss Neuburg an der Donau genießt als Residenzschloss des 1505 gegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg besondere Bedeutung. Pfalzgraf Ottheinrich (1502–1559), der erste Landesfürst und spätere Kurfürst von der Pfalz, war der Bauherr der drei anspruchsvollen Renaissancetrakte, die später um einen barocken Flügel erweitert wurden. Herausragende Sehenswürdigkeiten sind die 1543 von Hans Bocksberger mit einem protestantischen Bilderzyklus ausgemalte Schlosskapelle, der an Kunstwerken reiche Museumstrakt zum Fürstentum Pfalz-Neuburg sowie die Staatsgalerie Flämische Barockmalerei mit den Originalaltären von Peter Paul Rubens für Neuburg.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Franziska Wimberger
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 18. November 2019


 
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