2. April 2008

Pressemitteilung

Künstlerhaus Gasteiger startet mit neuen Besucherattraktionen in die Saison

Noch nie gezeigte Blumenbilder von Anna Sophie Gasteiger zu sehen / Brunnenschale aus Marmor vervollständigt den Gasteiger-Brunnen / Parkbank, Fahrradständer und Prospektstele verbessern den Besucherservice

Zum Start in die Frühjahrssaison bietet das Künstlerhaus Gasteiger am Ammersee seinen Besuchern zahlreiche neue Attraktionen. Die Bayerische Schlösserverwaltung präsentiert ab sofort in Holzhausen noch nie gezeigte Blumenbilder der Künstlerin Anna Sophie Gasteiger. Zu sehen sind unter anderem die Werke "Teetisch und Zimmerlinde" und "Rosen in zwei Vasen". Zudem vervollständigt eine originalgetreu nachgebaute Marmorschale die Brunnenstele. Im Sommer soll im Brunnen erstmals Wasser fließen und das Wasserspiel plätschern. Der Eingangsbereich zum Künstleranwesen wird durch eine neue Parkbank, einen Prospektständer sowie einen Fahrradständer am Tor noch attraktiver.

Neue Blumenbilder von Anna Sophie Gasteiger

Die vier Gemälde aus dem Nachlass der Künstlerin sind eigens für die neue Studio-Ausstellung restauriert worden. Sie spiegeln die verschiedenen Schaffensphasen der Malerin wider. Anna Sophie Gasteiger (1877-1954) zählt zu den wenigen Frauen, die sich vor 1914 auf dem Münchener Kunstmarkt durchsetzten. So stellte sie ihre Landschaften und Stillleben bei der Münchner Secession oder im Münchner Glaspalast aus.

Brunnenstele im Eingangsbereich mit neuer Brunnenschale vervollständigt

Im Brunnen im Eingangsbereich kann in diesem Sommer erstmals Wasser fließen. Die von Mathias Gasteiger entworfene Brunnenstele wurde nun mit der originalgetreu nachgebildeten Brunnenschale aus weiß-grauem Carrara-Marmor vervollständigt. Zudem können Besucher ab sofort auf einer neuen Parkbank das idyllische Künstleranwesen genießen. Ein Fahrradständer in der Nähe des Tores sowie ein neuer Prospektständer verbessern zudem den Besucherservice.

Künstlerhaus Gasteiger – einzigartiges Ensemble des Münchner Jugendstils

Der Bildhauer Mathias Gasteiger (1871-1934) gehört zu den namhaften Münchner Künstlern um 1900. Der von 1902 bis 1913 am Ammerseeufer entstandene Künstlersitz mit Landschaftspark, Wohnhaus und umgebendem Bauerngarten sowie Wirtschaftsgebäuden ist ein einzigartiges Ensemble des Münchner Jugendstils. Das Museum im Wohnhaus beinhaltet die Jugendstilausstattung der Räume, historische Fotografien, eine Auswahl von Skulpturen Mathias Gasteigers und eine Sammlung mit Gemälden von Anna Sophie Gasteiger.

Die Blumenmalerin Anna Sophie Gasteiger

Die Malerin fand ihre Bildmotive vor allem im Garten des am Westufer des Ammersees liegenden Landhauses sowie in der umliegenden Landschaft. Zahlreiche Stillleben mit Blumensträußen sind in dieser Zeit entstanden. Als Bildträger verwendete sie verschiedene Malpappen mit eingeprägter Leinwandstruktur. Die Farbe trug sie ohne Grundierung und ohne Vorzeichnung "alla prima" auf. Die einzelnen Pinselstriche sind dünnflüssig auf die Pappe aufgetragen. Oft verwendet sie breite Pinsel, mit denen sie ihre Formen entwickelt. Sie malte mit Ölfarben und Tempera, mit denen sie unterschiedliche Glanzstufen erzielen konnte. Der Firnis wurde überall dort eingesetzt, wo einzelne Farbflächen glänzend erscheinen sollten. Mit dieser Technik versuchte sie Farbwerte zu differenzieren und Räumlichkeit zu erzeugen.

Mathias Gasteiger: Künstler, Unternehmer und Marmorliebhaber

Das Badezimmer mit seiner luxuriösen Ausstattung erinnert daran, dass der Hausherr Gasteiger nicht nur Bildhauer, sondern auch Unternehmer war. Als Sohn des Münchner Steinmetzen und Baumeisters Joseph Gasteiger war er seit seiner Kindheit mit dem Werkstoff Stein vertraut und an der Marmorgewinnung interessiert. Die von Mathias Gasteiger gegründeten Marmorbrüche im Fränkischen Jura – unter anderem Möhren-Gundelsheim – waren bis zum Zweiten Weltkrieg Deutschlands größte Marmorproduzenten. 1912 stieg Mathias Gasteiger in die Marmorproduktion der Gemeinde Laas in Südtirol ein. Hier wurde weißer Marmor von hervorragender feiner Qualität gewonnen, der auch für die Herstellung von Bildwerken taugte.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 2. April 2008

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